Internet Sicherheit
Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und ein kleines FAQ zum Thema Sicherheit von PC´s zu erstellen, die über einen Internet Zugang verfügen und mit denen im Internet gesurft wird. Hiermit sollen
ein paar irrige Meinungen ausgeräumt werden und es soll für mehr Sicherheit bei der Benutzung dieses wundervollem Mediums Internet dienen. Helfen auch Sie mit, die Nutzung des Internets sicherer zu
gestalten, indem Sie sich etwas mit dem Thema beschäftigen...
Frage: Ist der Besuch dieser Seite oder das Surfen im Internet im Allgemeinen sicher???
Ganz klar Nein! Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit! Auch wenn ich mein möglichstes getan habe, um den Besuch dieser Seite so sicher wie nur möglich zu gestalten so gibt es noch genügend
andere Faktoren, auf die ich keinen Einfluß habe.
Sicherheit setzt zum ersten ein Konzept voraus und zum zweiten etwas Wissen. Und das Bewusstsein, das Sicherheit zu allererst im Kopf entsteht. Nur weil man unreflektiert ein Anti-Viren
Sicherheitsprogramm installiert und auch dieses immer schön updaten lässt, heisst es noch lange nicht, dass man damit auch "sicher" surft... Eine solche Einstellung wäre sehr naiv.
Da Anti-Viren Software häufig mit einem veralteten Kernel arbeiten muss (da immer sehr schnell auf neue Gefahren reagiert werden muss) dient manchmal sogar der
Virenscanner als Einfallstor für die Schädlinge, die er eigentlich doch
abwehren soll.
Bauartbedingt ist es auch so, dass Virenscanner sich nur dafür eignen, bereits BEKANNTE Viren und Schädlinge zu finden und zu bekämpfen. Die Erkennung von unbekannten Viren, die manche Hersteller
zu implementieren suchen, funktioniert prinzipiell nicht vollständig, da Viren und andere Schädlinge mittlerweile mittels eines "Baukastenprinzips" innerhalb der kürzesten Zeit etwas umgestaltet
werden können, was sie wiederum zu einem neuen und unbekannten Virus/Schädling macht.
Zudem muss ein Schadcode erkannt werden, BEVOR er das erste Mal ausgeführt wird. Gelingt es einem Angreifer, unerwünschten Code z.B. über einen Virus auf einem System auszuführen, so muss dieses
System ab da als kompromittiert betrachtet werden - und Virenscannern auf kompromittierten Systemen darf man wie aller Software auf solchen Systemen nicht mehr vertrauen.
Leider ist es auf Windows-Systemen so, dass diese relativ viele Möglichkeiten bieten, Code automatisiert auszuführen. Deshalb ist es sehr schwierig, Windows-Systeme vor dem unberechtigten Ausführen
von Code grundsätzlich zu schützen.
Sinnvoller ist daher, überhaupt die Möglichkeiten eines Angriffs einzuschränken und das System sinnvoll zu konfigurieren.
Ich habe eine Firewall installiert. Die schützt mich wirklich sicher?
Nein! Der Name hört sich zwar toll an und ist daher sehr werbewirksam, jedoch verspricht sie keinen wirklichen Schutz. Eine sogenannte "Personal Firewall" ist nichts anderes als eine
Konfigurationshilfe für einen Paketfilter. Man filtert damit lediglich vereinfacht gesagt die aus dem Internet ankommenden Datenpakete.
Da ein Paketfilter aber nur auf der Ebene von Paketen unterscheidet und nicht in die Pakete hereinschaut, nützt er Dir mal genau gar nichts. Er unterscheidet nämlich nicht, ob man gerade meine
Seite anschaut (super) oder aber sich gerade auf gewissen "anderen" Seiten aufhält (sehr schlechte Idee). Anders ausgedrückt: Der meiste Schweinkram kommt über dieselben Wege rein, wie der normale
Kram auch und genau deswegen ist eine Personal Firewall sowas von unwirksam...
Etwas besser sind da schon externe Paketfilter, wie sie z.B. viele DSL-Router inzwischen mitbringen. Die sind auch meistens noch einfacher zu benutzen, also eine gute Wahl, wenn man erstmal schnell
den gröbsten Unfug verhindern will. Ein Ersatz für gebührende Vorsicht sind aber auch diese Geräte nicht. Eine gute Web-Site auf deutsch um sich auf dem Laufenden zu halten ist
heise.security.
Hier noch ein kleines FAQ zu RICHTIGEN Firewalls, nicht zu vergleichen bitte mit den Paketfiltern der "Personal Firewalls".
Firewall FAQ
Was muss ich tun, um mein System so sicher wie möglich zu machen?
Zuerst muss die Frage geklärt werden, wogegen sicher?
Die meisten Schädlinge gelangen immer noch durch Fehlbedienung auf das System. Hier muss also zuerst angesetzt werden. Denken Sie daher am Besten dreimal nach, bevor Sie zum Beispiel einen eMail
Anhang anklicken oder öffnen. Trojaner sind eine der gefährlichsten Schädlingsarten, die Ihren Rechner befallen können und immer ist man es selber, der diese Schädlinge erst auf den Rechner bringt.
Das wichtigste ist daher der richtige Umgang mit Dateianhängen. Auch in Dateitypen, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, können sich Schädlinge verbergen. So gibt es mittlerweile sogar
Schädlinge in Grafikformaten wie WMF oder BMP. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nur angeforderte oder erwartete Dateianhänge aus E-Mails öffnen. Im Zweifelsfall sollte man beim Absender
vorher nachfragen, denn die Absenderadresse ist kein Indiz für eine virenfreie Mail, ganz im Gegenteil: Viele Schädlinge benutzen Absenderadressen aus den lokalen Adressbüchern, so dass Wurm-Mails
häufiger von bekannten Mail-Adressen stammen.
Anschliessend sollte man Windows sofort die Möglichkeit nehmen, Dienste nach außen anzubieten. Dies ist immer noch das Haupteinfallstor. Einige Leute aus dem Chaos Computer Club haben hierfür ein
sehr sinnvolles kleines Programm mit guter Anleitung geschrieben, zu finden hier:
Download Dienstabschalteprogramm:
Andere Schädlinge:
Inzwischen tauchen auch immer mehr Schädlinge auf, die sich ohne Zutun des Anwenders direkt über Sicherheitslücken verbreiten. Lovsan/Blaster beispielsweise nutzte eine Sicherheitslücke im Windows
RPC/DCOM-Dienst (Port 135) und die Würmer Sasser und Korgo verbreiten sich über ein Sicherheitsloch im LSASS-Dienst (Ports 139, 445) von Windows. Daher ist es von absoluter Wichtigkeit, Windows per
automatischem Update sofort alle Sicherheitsrelevanten Updates (sogenannte Patches) downloaden und installieren zu lassen.
Ein nicht aktuelles Windows stellt ein nicht zu verachtendes Sicherheits Risiko dar. Eine Infizierung mit Schädlingen ist somit mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit gegeben.
Was kann ich noch tun, um meinen Rechner abzusichern?
Falls Sie mit dem Internet Explorer von Windows surfen, installieren Sie sich sofort besser einen anderen, sichereren Browser. Der Internet Explorer gilt immer noch als der unsicherste Browser.
Installieren Sie besser sichere Alternativen wie:
Mozilla Firefox oder
Opera,
der mittlerweile sicherste Browser.
Um die Sicherheit von Mozillas Firefox zu erhöhen, schalten Sie am besten gleich 2 Unsicherheitsfaktoren aus, über die immer mehr Schädlinge auf den Rechner gelangen:
Ganz Vorsichtige deaktivieren in den Einstellungen Java und Javascript. Javascript ist eines der größten Einfallstore für Schädlinge geworden, da sich ein erfolgreicher Angriff hier am einfachsten
realisieren lässt.
Auch Cookies sollten deaktiviert werden, da diese nur dazu dienen, Ihre Surfgewohnheiten zu dokumentieren, um Ihnen anschliessend passendere Werbung präsentieren zu können...
Es ist jedoch zu beachten, dass einige Webseiten nicht mehr richtig funktionieren, wenn diese Einstellungen deaktiviert werden. Jedoch kann man hier für diese speziellen Webseiten (z.B.
Internetbanking) auch Ausnahmen zulassen und einstellen.
Eine Anleitung zur sicheren Konfiguration von Firefox finden Sie hier:
Konfiguration Firefox
und für Opera hier:
Opera Konfiguration
Sind meine Browser Einstellungen jetzt wirklich sicher? Kann da mal wer nachschauen???
Jap! Es gibt eine Webseite, die das für Sie tut. Klick da:
Browsercheck
Gibt es keine Möglichkeit, die Einstellungen in meinem Browser zu automatisieren?
Doch. Bei der Verwendung von Firefox empfehle ich dringend, folgende Add-ons zu installieren:
No Script. - automatisiert das Abschalten der unsicheren Java Script Einstellung. Das kleine Programm installiert sich in die untere Statusleiste des Browsers und blockiert bei Seiten die unbekannt
oder unsicher sind die Ausführung von Java Script. Bei bekannt sicheren Seiten lassen sich aber auch Ausnahmen einstellen, so dass man nicht auf die gewohnte Funktionalität seiner Lieblings oder
Internetbankingseite verzichten muss.
Mc Afee SiteAdvisor. - dieses kleine Programm installiert sich ebenfalls in die untere Statusleiste von Firefox und klassifiziert anhand der Mc Afee Datenbank die Sicherheit der besuchten
Webseiten. Sehr empfehlenswert!
Download No Script
Download Mc Afee SiteAdvisor
Was kann ich noch zur Sicherheit meines Rechner unternehmen?
Um noch einen zusätzlich und sehr effektiven Schutz zusätzlich zu einer wirklich guten Anti-Virensoftware zu bekommen, empfehle ich ein sehr wirkungsvolles Programm gegen Spyware/Trojaner zu
installieren.
Es heisst Spybot - search and destroy und ist kostenlos erhältlich.
Dieses Programm schützt Sie sehr zuverlässig gegen viele Spionage Programme und vor allen auch gegen die extrem gefährlichen Trojaner. Damit ein Trojaner seine Arbeit ausführen kann, muss er sich
zuerst; nachdem er aktiviert wurde; installieren. Dies tut er im Autostartordner von Windows beziehungsweise in der Registrierung von Win. Spybot - search and destroy überwacht genau diese Punkte
und fragt Sie jedesmal, ob eine bestimmte Anwendung, welche gerade im Begriff ist, sich zu installieren dies auch tun darf. Hier wären wir also wieder bei der Eigenverantwortlichkeit. Jedesmal,
wenn SIE ein neues Programm installieren, sagt Spybot Ihnen Bescheid und fragt, ob er es zulassen oder verbieten soll. Da sich Schadprogramme wie z.B. Trojaner ebenfalls wie normale Software in
dieser Hinsicht verhalten, merken Sie hier SOFORT, wenn ein Programm versucht sich zu installieren, obwohl SIE es nicht waren, der es installiert hat.
In diesem Falle klicken Sie einfach auf "verbieten", lassen einen Spywarescan mit dem Programm durchlaufen und beheben sehr einfach die Gefahr.
Download Spybot - Search and Destroy
Welche Anti-Virenprogramme sind wirklich gut und empfehlenswert?
Kommt etwas auf Ihr Betriebssystem an. Die Zeitschrift Computerbild hat in der Ausgabe 06/2008 alle namhaften Programme ausgiebig getestet und ist zu folgenden Ergebnissen gekommen:
Für Windows XP = Kaspersky Anti-Virus 7.0
Für Windows Vista = G-Data Anti Virus 2008
Bitte beachten Sie bei der Konfiguration aber, dass es dringend angeraten ist, die in den Programmen integrierte "Personal Firewall" zu deaktivieren, damit Sie keinen Schadcode auf den Rechner
bekommen, nicht trotz der Firewall, sondern WEGEN der Firewall. Sorgen Sie hier besser dafür, einen Router mit Firewall zu
verwenden. Denn bei jedem Anti-Virenprogramm ist dies die Möglichkeit die Sicherheitssoftware zu umgehen.
Wenn Sie ein wirklich gutes Antiviren Programm haben möchten, welches mindestens ebenso gut ist und dazu noch völlig kostenfrei, dann entscheiden Sie sich für Avira AntiVir Personal Classic
Edition. Diese Software bringt erst gar keine Firewall mit, belastet die Ressourcen von Windows deutlich weniger, ist in der Erkennung von Schadcode ebenbürtig und nebenbei surfen Sie auch noch
merkbar schneller mit ihr, als mit den anderen Programmen.
Download Avira AntiVir Konfigurationshilfe Avira AntiVir
Das Beste kommt zum Schluss: Ein paar richtig gute Links zum Thema
Der Chaos Computer Club Ulm hat auf einem Chaos Seminar einmal erklärt, wie man einen Windows Pc sicher macht und warum sogenannte "Personal Firewalls" einfach nur schlecht sind (und wie leicht man
sie austricksen kann). Die Videos zum Thema findet man hier:
Chaos Computer Club Video zum Thema Windowssicherheit
Chaos Computer Club Video zum Thema Personal Firewalls
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